Umstieg auf 64bit

Man lebt, um zu lernen. Am Wochende hatte ich endlich einmal Zeit zum Lernen und ging die lange aufgeschobene Umstellung meiner EDV-Landschaft an. Seit November 2006 benutze ich auf meinem Hauptrechner Vista in der 32bit Version und habe damit so ziemlich alle Kinderkrankheiten bei der Treiber- und Programmversorgung mitgemacht. Die Soft- und Hardwareindustrie hatte ja trotz der sehr langen Beta Phase von Vista am offiziellen Releasetermin kaum damit begonnen, von ihren jeweiligen Produkten Vista kompatible Versionen anzubieten. Manche haben es auch bis heute nicht für nötig befunden, Vista Treiber für vor drei Jahren brandaktuelle Drucker bereitzustellen.

Trotz allem lief Vista bei mir vom ersten Tag an auch auf nicht dafür zertifizierter Hardware erstaunlich stabil und performant und wurde seit dem Installationstag für jetzt insgesamt fast eineinhalb Jahre produktiv genutzt. Irgendwann gab es dann auch Treiber für meinen Scanner, die zwar nicht die mit Vista eingeführte WIA-Schnittstelle unterstützten, aber immerhin das Scannen per TWAIN erlauben. Überhaupt nicht zum laufen bekam ich nur VMWare, egal ob den Player oder den kostenlosen VMWare Server, jedesmal gab es einen Bluescreen, der sich nur per Systemwiederherstellung beseitigen lies. Dafür musste selbige von der „Wiederherstellungskonsole“ aus gestartet werden, da sich Vista in keinen Modus mehr ohne Bluescreen starten liess. Die Wiederherstellung an sich erfolgte jedoch absolut problemlos.

Anscheinend war das jedoch ein Problem meiner Installation, zumindest fand ich keine vergleichbaren Berichte. Nachdem Virtual PC und Virtual Server jedoch keine Probleme machten, habe ich das dann auch nicht weiter verfolgt. Ansonsten lief Vista einfach und zeigte sich weitgehend unbeeindruckt von zum Testen installierter Software oder wilden Konfigurationsorgien. Nachdem die Einrichtung erst einmal abgeschlossen war, ließ sich die von manchen Usern verfluchte UAC auch kaum noch blicken. Im Gegenteil, die Möglichkeit, nur bei Bedarf mit Adminrechten arbeiten zu müssen, finde ich durchaus gelungen umgesetzt.

Der Mediaplayer allerdings erwies sich für die Verwaltung meiner Musiksammlung mit mehr als 40.000 Titeln, die auf einem Netwerklaufwerk liegt, als ungeeignet. Schon die Indizierung dauerte ewig und danach wer er bestenfalls als träge zu bezeichnen. Ich bin dann recht schnell auf TeenSpirit umgestiegen, der meine Ansprüche in Punkto Musikverwaltung fast perfekt erfüllt.

Gab es in dieser Zeit größere Probleme mit Vista? Abgesehen von dem bereits erwähnten VMWare Problem lässt sich eigentlich nichts berichten. Keine Abstürz, gute Performance und kein unerwartetes Verhalten. Das mag auch dem Verzicht auf Sicherheitssuiten, größenwahnsinnige Brennprogrammen wie Nero, das sich als eierlegende Wollmilchsau andienen will, und Tuningprogramme geschuldet sein. Hier lief von Anfang an ausschließlich AVG als Antivirenlösung, ansonsten der Defender und die Vista Firewall. Später habe ich dann den Defender deaktiviert, gefunden hat das Teil während der Laufzeit nie etwas.

Natürlich sind solche Features wie die scheinbar überflüssigen Ordner „Dokumente und Einstellungen“ oder „Programme“, die nur aus Kompatibilitätsgründen und als Hardlink angelegt werden, erst einmal verwirrend. Lässt man die Dateianzeige im Explorer jedoch einfach bei den Defaultwerten, wird man feststellen, dass die Verwirrung deutlich nachlässt, ohne auf Komfort zu verzichten. Unter XP war es oft noch sinnvoll, sich Systemdateien oder versteckte Ordner jederzeit anzeigen zu lassen, bei Vista habe ich das bislang nur in Ausnahmefällen für das Troubleshooting benötigt. Eine Abweichung von Standardverhalten empfehle ich jedoch immer noch, nämlich das Häkchen bei „Erweiterungen bei bekannten Dateitypen ausblenden“ zu entfernen.

Selbst die Installation und die Entfernung diverser Releasekanditaten des SP1 hat Vista klaglos überstanden.
Insgesamt habe ich Vista bislang als ein sehr brauchbares OS kennengelernt, das viel Funktionalität mitbringt und sehr gut nutzbar ist, wenn der Anwender bereit ist, sich darauf einzulassen und manche alte Gewohnheit über Bord zu werfen.

Trotzdem habe ich mich dazu entschlossen, Vista von der Platte zu putzen. Nach einem vollständigen Backup per „Windows Complete PC-Sicherung“ und kopieren der ohne Installation lauffähigen Programme auf eine extern angeschlossenen USB Festplatte ging ich das Abenteuer „Installation von Vista 64bit“ an. Warum Vista jetzt in der 64bit Version, wenn die 32bit Version doch so problemlos läuft?

Einen rationalen Grund dafür gibt es nicht. Weder habe ich mehr als 4 GB RAM noch benutze ich überwiegend native 64bit Anwendungen. Auch weiß ich, dass ich auf keinen Fall mehr Performance von meiner Hardware zu erwarten habe. Es ist eher die Lust am Basteln und die Neugier, ob es tatsächlich Probleme mit der bisher benutzen Software gibt.

Doch was soll ich sagen? Das Abenteuer blieb aus. Für die Installation verwendete ich eine DVD mit integriertem SP1 aus meinem Technet Abonnement. DVD einlegen, von ihr booten, Festplatte passend partitionieren und etwa eine Stunde später lief Vista64. Die gesamte eingebaute Hardware wurde erkannt, keine zusätzlichen Treiber waren nötig. Firefox installiert, die erforderlichen Daten aus dem alten Profil in das neue kopiert, schon lief auch der wie vorher. Dasselbe gilt für Jameica, GnuCash, GreatNews, 40tude Dialog, Speedfan, Putty, WinSCP, DaemonTools, Ac’tive Aid, 7-Zip, AVG, TeenSpirit, Virtual PC, um nur ein paar Anwendungen zu nennen. Sogar für meinen Scannen Canon Lide25 und den Drucker sind problemlos zu installierende 64bit Treiber vorhanden. Das einzige Programm, welches eine erfolgreiche Installation standhaft verweigert, ist Fritz!Fax. Davon existiert bislang auch nur eine Beta Version für Vista32, wahrscheinlich fehlt nur eine Signierung für die FaxDrucker Treiber.

Inzwischen sind die ersten Filme geschaut, die ersten DVDs gebrannt, die Bilderdatenbank gefüllt, die virtuellen Rechner am Laufen, der Rechner tut ganz allgemein das, was er auch vorher mit Vista32 tat. Das war ja einfach. Und tat auch nicht weh, nach etwa 4 Stunden war im Endeffekt alles erledigt. Es passiert selten, dass ich so positiv überrascht werde. Weil das so gut gelaufen ist, habe ich dann auch noch zwei Server mit Windows Server 2008 und Exchange 2007 aufgesetzt. Aber das ist eine andere Geschichte…

Vorsichtige Zustimmung

Hallo Michael,

nachdem ich ja damals ebenfalls die VISTA-Starter-Zeit mitgemacht hatte, und meine diesbezüglichen Erfahrungen sowohl mit der 32iger als auch der 64iger Version gelinde gesagt durchwachsen waren, hab ich vor kurzem nochmals den Umstieg auf VISTA64 gewagt. Ich gings etwas radikaler an, eventuell ist mein Spieltrieb etwas höher. Ich machte lediglich ein Backup meiner privaten Dateien und vernichtete jedes Image und sonstige Backup von XP. Ein nagelneues, billiges EBAY-OEM-Vista64 eingeschoben und los gings. Installation verlief ebenfalls völlig problemlos. Nachdem mein WLAN-Zugang lief (zertifizierte 32bit-Treiber von Linksys) suchte ich mir Stück für Stück möglichst vorhandene 64bit-Software für meine Ansprüche. Der Open-Bereich ist da unglaublich ergiebig. Damit hatte ich nach etwa 3 Tagen Zug um Zug alles beisammen, was ich im EDV-Alltag so brauche. Bedeutet zwar nen gewaltigen Eingewöhnungsprozess aber man ist ja willig und lernfähig. Das Einzigste, was ich von Anfang an einhielt, ist, einen selbst angelegten Ordner zur Installation zu verwenden. Dorthinein installiere ich alle Programme, dadurch umgehe ich jedwedes Problem mit eventuell fehlenden Schreib-Rechten. Mein Vista läuft seit etwa 2 Wochen völlig problemlos, einzig das SP1 fehlt mir noch doch vorher möcht ich schon ganz gerne ein Image ziehen. Übrigens hab ich keinerlei Performance-Probleme bei Kopiervorgängen lokal oder im Netz
Da ich allerdings auch "damals" mit meinem Vista einen guten Start hatte und dann irgendwann massive Probleme auftauchten, bin ich (noch) etwas skeptisch und harre der Dinge, die da (hoffentlich nicht) noch kommen

/Edit: SP1 kam eben über das Windowsupdate rein. Problemlos, wenn man von dem Umstand absieht, dass MS ungefragt andere (funktionsreduzierte) Treiber für Sound und Grafik installiert hat. Nach Neuinstallation der vorherigen Treiber ist alles tiptop

Gruß....Tom

Hallo Michael und Tom ich

Hallo Michael und Tom

ich benutze Vista 64 seit einem Jahr im dualen Bootsystem mit XP und es funktioniert prächtig.
Eigentlich bräuchte ich XP nicht mehr, aber da ich einige PC`s zu betreuen habe, muss ich fit bleiben.

Ausserdem, und dies ist leider so, läuft nunmal nicht jede ältere Software auf Vista und deshalb brauche ich XP auch noch. Z.B. habe ich das unschlagbare Tool "Microsoft Photo Draw" von 2000 und ich weiss nicht, wie ich diese Software unter Vista zum Laufen bringen soll. Für einige Zwecke schlägt dieses Tool sogar Photoshop....!

Gruss...Arny